Schweizer

Diese Kategorie ist den Schweizerinnen und Schweizern und deren vor allem sprachlichen Besonderheiten gewidmet. Es ist schon so, dass man an gewissen Redewendungen oder auch Sprachgebräuchen der Schweizer, die Schweizerin schnell identifiziert ist denn diese Sprach- und andere Bräuche kommen mindestens nach meinem Erkenntnisstand in anderen Ländern nicht vor:

Enjoy!

 

Im Café: "Ich möchte einen Kaffee bitte." "Crème?" - "Nein, einfach Kaffee." - "Ja... nature?" "Das will ich hoffen. Ich mag keinen synthetischen Kaffee."

Typisch Schweiz. Hier muss man der Bedienung sagen was man nicht möchte.

War vorhin in einem Cafe mit Bäckerei. Beim rausgehen sah ich folgendes Schild: "Ausgang über den Laden". Auch hier wusste ich nicht, wie ich das anstellen sollte...

Das wäre ja nur durch die Wohnung der Bäckersleute denkbar, die oberhalb des Ladens liegt.

Diese Frage stellte mir allen Ernstes kürzlich eine Verkäuferin in einer Bäckerei. Ich dachte, ooh wie nett, dass sie sich dafür interessiert und gab ihr einen Einblick in die Lage meiner Wünsche.

Ich antwortete ihr: "Oh... zunächst ein Sprudelbad im Thermalbad Schinznach und dann eine Massage mit warmem Öl."

Die Lady sah mich sehr sparsam an. Nun, ich habe ja nur gesagt, was ich gerne hätte. Hätte sie mich etwas intelligenter gefragt, nämlich: "Was darf es sein?" oder "was darf ich Ihnen verkaufen?" dann hätte ich auch die Frage anders beantwortet, nämlich "Zwei Croissants mit Körnern." Oder so.

"Ich lege Dir dies oder das in den Milchkasten." Eine gängige Schweizer Redensart. Milchkasten? Welche Milch?

Als in die Jahre gekommener kann ich mich noch schwach erinnern, dass so vor 50 Jahren ein Milchmann um die Häuser zog und Rohmilch in bereitgestellten Kesseli verteilte. (In der Berner Mundart hiess er übrigens nicht Milchmann sondern "Küher" obwohl er selber wohl kaum deren besass.) Dieses stellte er dann in das "Milchkästli" unten am Briefkasten. Schon lustig, wie sich Begriffe hartnäckig halten. Der korrekte Begriff wäre gemäss Postnorm "Ablagefach", aber das kümmert die Schweizer wenig, so wie sie immer noch mit der "EC-Karte" bezahlen, die es auch schon seit bald 20 Jahren nicht mehr gibt.

Tja, mit Veränderungen umgehen ist in der Tat nicht des Schweizers Ding.

Kommt heute früh so ein unschuldig strahlendes Pflegeküken an mein Spitalbett, bewaffnet mit einer fahrbaren Waage und flötet: "Guten Morgen, ich komme noch Ihr Gewicht nehmen!"

Häääh? Wie soll das denn gehen? Ich sagte zu ihr: "Wenn Sie das können garantiere ich Ihnen, dass Sie nie mehr arbeiten werden müssen. Sie werden mehr Milliarden besitzen als die Autorin von Harry Potter! Hollywood wird Ihnen die Tür einrennen und Sie werden der Star aller Talk Shows. Die Frau, die Gewicht nehmen kann. Einfach so. Bei mir könnten Sie schon mal 10 kg entfernen."

Das Bambi schaute mich mit immer grösser werdenden Rehaugen an und war ratlos. Bis ich sie dann aufklärte, dass man Gewicht messen aber nicht nehmen kann.

Werde ich öfter im Laden gefragt, wenn ich meine Bezahlkarte in das Terminal stecke. Ich stell mich dann jeweils blöd und frage: "Eeh Zeh, was ist das?" Die Kassiererin weiss dann meist nicht mehr zu sagen als "das ist eine Karte zum bezahlen". Oh, das habe ich auch, sie heisst Maestro.

Es ist kaum zu glauben, seit über 15 Jahren (!) gibt es keine EC-Karten mehr. Früher war das mal eine Garantiekarte für Eurochecks, dieses Produkt wurde von den Banken eingestellt. Als Ersatz dafür gab es dann eben eine Bezahlkarte namens Maestro. Das Volk checkts nicht, wie so vieles nicht.

Lustige Schweizer Sprachgebräuche: Kürzlich im Radio SRF1 meinte der Moderator: ".... und hinter dem Mikrofon ist Felix Mustermann." - Hääh? "Hinter dem Mikrofon?" Die schallempfindliche Kapsel ist vorne am Mikrofon, hinten kommt das Kabel raus. Würde der Sprecher hinter dem Mikrofon sitzen, würde man wahrscheinlich nicht viel mitbekommen. Besser ist also "vor dem Mikrofon ist Felix Mustermann".

Mir gönd is Dütsche oder übersetzt: Wir gehen in das Deutsche. Warum ist der Schweizer geneigt, diesen Quatsch zu quasseln? Gehen (?) wir denn auch in das Französische? Fliegen wir nächsten Sommer ins Amerikanische? Fährt Sommaruga ins Belgische? Lustig, dass wir das einzig im Fall eines Besuchs von Deutschland so sagen. Den Grund hierfür habe ich noch nicht herausgefunden, hat jemand eine Idee?

NATEL ist das N ationale A uto TEL efon Netz der Swisscom und eine geschützte Marke. Und das Netz kann man sicher nicht dabei haben. Was wir dabei haben können ist ein Handy, ein Mobiltelefon oder ein Smartphone aber sicher nicht ein NATEL. Sagen Sie den Satz mal zu einem Deutschen, der wird Sie sehr sparsam angucken. Gleich blöd wäre zu sagen: "Hast Du Dein Orange dabei?"

SMS ist die Abkürzung von Short Message System zu deutsch Kurz Mitteilungs System. Und dass man das System nicht versenden kann liegt auf der Hand. Die Amerikaner senden einen "Text" auf das Mobilphone, was der Sache korrekter entgegenkommt. Also statt: "Ich schicke Dir eine SMS." wäre besser "Ich schicke Dir einen Text (via SMS) aufs Handy."

4 x 4 gibt 16, mathematisch richtig. Aber mit dem Auto hat das nichts zu tun, dort ist der Ausdruck "mal" völliger Quatsch. Das Ganze kommt vom 4 X 4 (ausgesprochen als 4 iggs 4, x wie Xaver) -Antrieb. Das X wurde verwendet um anzudeuten, dass das linke Vorderrad mit dem rechten Hinterrad und das linke Hinterrad mit dem rechten Vorderrad gekoppelt wurde. In Amerika heisst das meistens 4WD (für four wheel drive), auch einiges vernünftiger als vier mal vier. Mittlerweilen bauen aber sogar die Werbeagenturen der Autohersteller dieses verblödete 4 mal 4 in die TV-Spots ein...

Muss ein talentierter Bastler sein. Hoffentlich hat er Material dafür. Ich will aber eigentlich kein Telefon denn ich habe schon eins.

Wenn ein Huhn lebendig ist, dann heisst es Huhn und wohnt in der Regel in einem Hühnerstall. In der Schweiz findet aber mit dem Eintritt des Todes des armen Viehs gleich eine sprachliche Transformation ein. Ab dann ist es nicht mehr ein Huhn sondern eben ein Phouleet. Das haben wir unter anderem Napoleon zu verdanken.

Ein Zimmer ist definitionsgemäss ein Raum, der von vier oder mehr Wänden vollständig umschlossen ist wobei Form und Grösse unerheblich sind. Aber ein halbes Zimmer? Häääh? Wie soll das denn gehen? Nur drei Wände oder was? Das muss aber im Winter ziemlich kühl sein, wenn da eine Wand fehlt.

 

Ui, ist es nicht ein wenig weit, um da zu Fuss hinzugehen? Ich würde nach Amerika fliegen.

Was ist auf dem Dach der Post so Interessantes? Und gibt es da eine lange Leiter um hochzuklettern? Sagen wir doch: "Ich gehe zur Post."