Ab und an fliege ich den Flugsimulator X-PLANE 10 auf meinem Computer. Absolut faszinierend, wie diese Software das hinterst und letzte Detail des wirklichen Flugzeugs simuliert. Die Programmierung des Autopiloten oder auch das manuelle Fliegen sind absolut realistisch, Beladung, Betankung, die ganze Navigation, alles funktioniert wie beim richtigen Flugzeug. So hat man denn nach wenigen Minuten vergessen, dass man vor dem Computer sitzt, die Aufgaben vor und während des Fluges nehmen einen ziemlich voll in Anspruch.

Gestern führte ich einen Flug mit der Boeing 777 von Atlanta, Georgia nach Orlando, Florida durch. Der Start war um etwa 12.20 MESZ und zu dieser Zeit war in Atlanta noch volle Dunkelheit. Es war also ein nächtlicher Take-off und während des Fluges nach Florida ging im Osten allmählich die Sonne auf. All diese Gegebenheiten und auch das Wetter werden über Internet laufend nachgeführt. Wenn es in Florida aktuell regnet dann regnet es auch auf dem Bildschirm, inklusive der Regentropfen, die über die Cockpitscheibe laufen. Amazing!

Hier "mein" Flugzeug:

Sicht aus dem Cockpit: In der Gegend von Macon Georgia ging allmählich im Osten die Sonne auf...

(Bild anklicken, um es zu vergrössern) Das Instrument links zeigt die Fluglage, die Geschwindigkeit (320 Knoten) und die Flughöhe (24'000 Fuss). Rechts davon ist der Navigationsbildschirm mit allen Waypoints, Radionavigationshilfen und dem Wetterradar. Rechts der Mitte die Triebwerksanzeige und darunter das FMS (Flight Management System) welches die ganze Route speichert und auch laufend anzeigt, wie weit es noch bis zum nächsten Fix ist. Ganz oben die Dateneingabe für den Autopiloten, von links die Soll-Geschwindigkeit, der Steuerkurs, die Soll-Flughöhe und die gewünschte Vertikalgeschwindigkeit. Ganz rechts oben ist der Hebel für die Bedienung des Fahrwerks, links die Landeklappen und darunter die Leistungshebel.

Eine Stunde später...

 

Nun sind wir im Endanflug auf Piste 18R in Orlando MacCoy International. Flughöhe 600 Fuss und etwa 1 Meile bis touch down. Die Piste ist in der Vergrösserung ganz oben gut erkennbar, ich fliege fadengerade auf diese zu. Im Instrument links unten sieht man die grüne Nadel für den Localizer (Landekurs, aktuell 185°) und links die lila Marke für den Gleitpfad des Instrumentenlandesystems. Der Autopilot ist jetzt im Localizer und Glideslope Hold Modus (gelbe Anzeigen im Autopilot Steuerungspanel) und fliegt das Flugzeug mit äusserster Präzision. Man kann natürlich auch von Hand steuern, was aber äusserste Konzentration und feinste Steuerungen mit der Maus voraussetzt. Der A/P kann es besser, in der Realität wird ja auch so geflogen.

Dies ist das Chart für den ILS-Anflug (Instument Landing System) auf die Piste 18R in Orlando Florida. Oben ist die laterale Situation abgebildet, also Landekurs, die Frequenzen der Navigationshilfen, unten die vertikale Situation mit den jeweils zu fliegenden Höhen.

 

Hier die geflogene Route. Skyvector.com bietet eine weltweite Karteninformation inkl. Routenplanung. Gut, dass ich zwei Computer zur Verfügung habe. Auf dem linken System läuft der Simulator, auf dem rechten sind alle relevanten Charts jederzeit griffbereit. Zur besseren Erkennung für Nicht-Piloten habe ich die Route mit Sichtflug-Hintergrund abgebildet.

Für den Instrumentenflug sieht dann die Karte allerdings so aus:

 

Nein, es ist kein Schnittmuster für ein neues Kleid. Zu sehen sind die Luftstrassen, die Radionavigationshilfen und relevante Informationen wie Distanz, Mindesthöhe, Flugplätze usw.

 

Glaube mir, das Ganze ist ein wirklich tolles Ding. Voll realistisch und ziemlich anspruchsvoll und es hält einem im Alter geistig wach *smile.

Mehr Informationen über den Simulator: www.x-plane.org