Nachdem ich die Boeing 737 mittlerweile recht gut beherrsche und schon viele Instrumentenflüge durch halb Europa absolviert habe, musste ich mich mal nach was Neuem umsehen. 

Fündig wurde ich bei JAR Design, einem russischen Entwicklerteam, das den Airbus A320 neo auf faszinierende Weise gestaltet hat. Der "Flieger" weist ein 3D-Cockpit mit einer unwahrscheinlichen Detailtreue auf. Die Simulation ist von allerbester Realität. Jeder Schalter funktioniert, jede Anzeige entspricht dem Originalflugzeug. Selbst die Geräusche, von den Motoren über das Klicken der Schalter bis zu den Durchsagen der Flight Attendand ist alles völlig realistisch simuliert.

Natürlich habe ich die Livery (Bemalung) von Edelweiss genommen, die ja auf dem Flughafen Zürich beheimatet ist und ich viel von Zürich (LSZH) aus fliege.

 

Hier ein Blick auf das Cockpit. Es ist noch "dark and cold" (in der Fachsprache bedeutet das, ohne Strom und Triebwerke aus).

Auch das Overhead Panel (all die Schalter und Anzeigen, die sich über den Köpfen der Piloten befinden) ist zur Zeit noch völlig dunkel.

Also wollen wir dem Ding mal etwas Leben einhauchen. Anhand der Checkliste wird Punkt für Punkt abgearbeitet. Als erstes brauchen wir elektrischen Strom. Der kann einerseits aus den beiden 28V Batterien geliefert werden aber auch über sogenannte External Power, das kann ein spezieller Stromgenerator-Traktor sein, der zufährt und den Flieger mit Strom versorgt. Ist dieser aber an einem Gate angedockt, kann das Bodenpersonal ein Kabel einstecken, welches die Stromversorgung ermöglicht.

Die Batterie- oder Bodenstromversorgung reicht allerdings nicht aus, um die Motoren zu starten. Deshalb hat der Airbus A320 wie die meisten Verkehrsflugzeuge eine kleine Turbine im Heck eingebaut. Diese heisst APU (Auxiliary Power Unit) und wird als erste gestartet, um ausreichend Strom für den Start der Motoren zu gewähren. Sobald ein Triebwerk läuft, liefert dessen Generator ausreichend Energie zur Versorgung des ganzen Systems.

Hier die Checkliste, im ersten Teil geht es darum, mittels External Power das APU zu starten. Dann wird noch der Bremsdruck getestet und die Klimaanlage ajustiert.

Sodele... nun sieht unser Cockpit schon wesentlich mehr nach Arbeitsplatz für den Piloten aus.

Der Airbus A320 verfügt über ein Computersystem, welches ihn mehr oder weniger automatisch vom Abflug- zum Zielflughafen fliegt. Das bedeutet natürlich nicht, dass die Piloten nichts mehr zu tun haben, deren Verantwortung ist die ständige Überwachung, ob alle Systeme korrekt und wunschgemäss funktionieren.

Das zentrale Teil ist das FMGS (Flight Management and Guidance System). Es verfügt über alle relevanten Daten wie Motorenspezifikation, Flugeigenschaften, Abfluggewicht, Treibstoff, Flugplan von Abflug bis Ziel inklusive aller Radionavigationshilfen, GPS, Reiseflughöhe usw.) Das System "managed" aus den Daten ein laterales Flugmuster, die Route also, sowie ein vertikales Profil. Das reicht von Start, Steigflug bis Initialhöhe, weiterer Steigflug, Reiseflug, Top of Descent, Sinkflug, Anflug bis zur Landung. Natürlich kann der Pilot auch jederzeit das Management übersteuern. Eine von der Flugsicherung gewünschte Änderung der Höhe wird durch eine manuelle Intervention bestimmt und übersteuert das Flugmanagement-System.

Zentrale Bedienungseinheit für das FMGS ist das sogenannte MCDU (Multipurpose Control & Display Unit) also das Eingabe- und Anzeigemodul, welches alle Daten der Computersysteme verwaltet.

Es ist recht anspruchsvoll in Bezug auf Möglichkeiten und Anzeigen. Das Bedienungshandbuch umfasst 700 Seiten (!). Ich knie mich zur Zeit durch das Studium, ohne vertiefte Kenntnisse lässt sich die anspruchsvolle Simulation nicht fliegen.

 

 

...Fortsetzung folgt...