Am schönen Vierwaldstättersee gibt es eine politische Gemeinde mit Namen Ingenbohl. Noch nie gehört? Da sind Sie nicht allein. Die wenigsten Leute, auch die Bewohner der Zentralschweiz, haben schon was von Ingenbohl gehört wenn man davon absieht, dass es in Ingenbohl ein Kloster gibt welches vor ein paar Jahren zu sehr unrühmlichem Ruhm gelangt ist. Die Klosterfrauen des Klosters Ingenbohl haben in den 60er Jahren an Schulen im Kanton Luzern gewütet indem sie physische und psychische Gewalt an den Schülern ausübten. Das ging von Prügel bis zu sexuellen Übergriffen. Ansonsten ist Ingenbohl kaum aufgefallen.

In dieser Gemeinde gibt es jedoch einen Ortsteil der Brunnen heisst. Und diesen Namen kennen Millionen. Es ist ein wunderschönes Ausflugsziel. Und fast ausnahmslos alles deutet auf Brunnen hin. Die Autobahnausfahrt ist mit Brunnen bezeichnet, kurz darauf fährt man an einem Hinweisschild vorbei "Willommen in Brunnen". Auch der Bahnhof heisst Brunnen, es gibt einen Verein "Brunnen Tourismus", die Schiffanlegestelle ist mit Brunnen beschriftet, kurz Brunnen ist ein Begriff für viele Ausflügler und Touristen und der Name allgegenwärtig.

Weil Brunnen so bekannt ist und Ingenbohl überhaupt nicht, kam der Tourismus und das Gewerbe vor ein paar Jahren auf die löbliche und gut nachvollziehbare Idee, die Gemeinde Ingenbohl auf Brunnen umzubenennen. Vor zwei Jahren gab es eine Volksabstimmung über den Namenswechsel und Sie ahnen es bereits... Was absolut naheliegend war wurde von alteingesessenen bekämpft. Das ginge doch nicht, die Gemeinde heisse seit Jahrhunderten Ingenbohl, nein, niet, nada und auf keinen Fall sowas progressives. Die Volksbefragung ergab 64 % Nein.

Nun steht am Haus der Gemeindeverwaltung "Gemeinde Ingenbohl, 6440 Brunnen". Wenn's nicht zum heulen wäre müsste man darüber lachen. Kleinbürgerdenken in Reinkultur mit dem wir nun wohl ein paar Jahre weiter leben müssen. Man könnte einmal mehr auch sagen: Innerschweiz live.