Bekanntlich haben die Blumenläden und die Konditoreien vor einigen zehn Jahren den ursprünglich deutschen Brauch des Valentinstages auch bei uns eingeführt, um die umsatzarme Zeit zwischen dem christlichen Kaufrausch im Dezember und der palettenweise Vernichtung von Schokoladen und anderen Süsswaren in Eier- oder Hasenform zur Frühlingszeit zu überbrücken.

 

An das habe ich mich gewöhnt wenngleich ich den Brauch nicht mitmache. Nun habe ich aber vor Augen geführt bekommen, dass sich die Valentinstagsschenkerei durchaus ausweiten lässt. Gestern habe ich vor einer Metzgerei eine Werbetafel gesehen: "Zum Valentinstag - Schweinefilet im Teig." Warum nicht? Ist irgendwie sinnig. Denn wenn der gute Ehemann abends mit den kenianischen Rosen aufkreuzt, die im Vorfeld von Valentin wochenlang in den Kühlhäusern der Zollfreilager herumgelegen haben und sich diese bereits durch die plötzliche Zimmertemperatur als schlaffes Gehänge präsentieren, so hat man doch wenigstens was Anständiges zu essen, wenn man sich verliebt in die Augen schaut.

Könnte man doch noch steigern "Zum Valentinstag vier Sommerreifen, denn die Sicherheit der Liebsten ist mir wichtig!". Oder: "Zum Valentinstag ein neues Bügeleisen", damit die Rollenverteilung erneut zementiert wird. Wie wär es mit: "Zum Valentinstag ein Sortiment indischer Curries" um das vielleicht nicht mehr so aufregende Liebesleben etwas aufzuspicen.

Detailhändler, werdet kreativ!